als kind der 80er bin ich quasi in der schwarzwaldklinik geboren und aufgewachsen. die haushälterin frau michaelis war für mich eine der hässlichsten personen der welt (meiner kleinen achtjähriges-mädchen-welt). großer mund, alles irgendwie schief und noch dazu spießig und gemein. mein nächstes aufeinandertreffen mit ihr war sicher in einem der zahlreichen loriot-sketche. da begann ich sie zu verehren. diese wandlungsfähigkeit, der humor, das tie-äitsch…und hier passte das gesicht einfach wie arsch auf eimer. je länger ihre tv-präsenz mit meiner aduleszenz parallel lief, desto toller fand ich sie und so gar nicht mehr hässlich oder schief – im gegenteil. sie hatte einfach einen unglaublichen wiedererkennungswert und füllte jede rolle zu 150% aus. zuletzt (neben den „geschichten aus dem leben“) als wundervolle adelheid möbius.
evelyn hamann hinterlässt viel zu früh ein loch, das wohl niemand stopfen kann. hin und wieder hat sie mich an meine oma erinnert. only the good die young.