ich hab mich ja schon freiwillig in einige (blog-)schubladen begeben: strick-bzw. häkelblog, kochblog, und um meine unglaubliche vielfalt und wandelbarkeit erneut zu demonstrieren (hach!) hier ein paar gedanken zur momentanen mode (oder was sich dafür hält):
es ging ja ein aufschrei durch münchen, der beim versiegen des bierstroms auf der wiesn nicht hätte größer sein können: die bayrische first lady, muschis nachfolgerin, madamme beckstein wagte es doch tatsächlich, zum heiligtum des weiß-blauen-gamsbartträgers im (oho!) kostüm im (saklzement!) landhausstil und nicht (obachd!) im traditionellen bayerischen dirndl (ahverreck!). man mag herrn beckstein mögen oder nicht, seine frau hat meine vollste unterstützung und – in diesem punkt – sympathie. ich finde es albern, wenn sich menschen, die außerhalb bayerns leben / geboren sind zur wiesn plötzlich in vollstem gwand aufmarschieren (japaner ausgenommen, die versuchen ja nicht zwanghaft, sich anzupassen, die verkleiden sich glaub ich einfach sehr gern :)). auch franken sollten keine bayrische tracht tragen (müssen), wieso auch? hier gibt es zahlreiche schöne regionale trachten, warum also einen auf bayer machen, wenn man’s nicht ist? das hat auch nix mit respekt gegenüber anderen traditionen / völkern zu tun, der zugroaste an sich wird auch im alltag immer als solcher erkannt und belächelt. cora schumacher mit ihrem totenkopf-dirndl ist da ein anderes thema. die gute hat einfach vergessen, dass sie nicht mehr 17 ist. skandal ist was anderes.
das zweite ärgernis, mit dem ich mich in den letzten wochen immer wieder rumschlagen muss, ist die augenkrebsbunte schmiererei designerei vom ach-so-berühmten und ach-so-bekannten tatoo-stecher-künstler ed hardy. die bunten herz-anker-rosen-drachen-schriftzug-gräuel sind meiner meinung nach die arschgeweihnachfolger des 21.jhs.: jeder möchtegern-schickimicki-mensch will sofort eins haben, in fünf jahren will’s wieder keiner gewesen sein und verbucht es unter „jugendsünden“. besonders lächerlich wirken die quietschbunten leibchen an schmierigen anfang- bis mittzwanziger süd-ost-europäern mit goldkettchen und designerbrillen, besonders dann, wenn es sich um die ed-hardy-pailletten-und-glitzer-edition handelt! woohooo, aber sich über „tunten“ und „schwuchteln“ lustig machen… behave!
Ed H.. kenn ich nur aus Berichten über die tollen Abmahnungen, die die Firma für ebay-Verkäufer von ihren Artikeln veranlasst haben. Dabei ham se es geschaft Privatverkäufer, die Original-Sachen aus den Vereinigten Staaten hatten mit abzumahnen… Daher ein absolutes no-go.. Aber ich kenn nur die Klamotten daher, dass sich Leute das Zeug auch stechen lassen… !wah
In der Türkei gab es auch inflationär vieles von dem Kerl, alle natürlich echt ;-)
Seitdem kenn ich das Zeux auch … ist teilweise echter Edelkitsch.
Och, bezüglich des Dirndls würd ich mich doch drauf einigen wollen, dass niemand muss, aber jeder darf. Frau Beckstein sah übrigens sehr schick aus in ihrem Kostüm und es war auch absolut passend (hätte sie Coco Chanel getragen, säh die Sache anders aus). Aber so’n Dirndl ist ja auch sehr schmuck und ich möcht meine nicht missen. :-) Klar ist man als Nicht-Bayer verkleidet, aber was soll’s?
Und diesen Ed Dingenskirchen… mussma net kennen, oder?